schwarzbunt
So kennen wir die Rinder aus dem Fernsehen: Farmland bis zum Horizont, aufgewirbelter Staub in der untergehenden Sonne und der Cowboy, der seine Tiere eintreibt. Das ist Amerika – doch wie sieht die Rinderhaltung in Deutschland aus?
Vorfahren
Das europäische Hausrind stammt von einem mächtigen Wildrind mit einer Schulterhöhe von bis zu 1,80 Meter ab, dem Ur- bzw. Auerochsen. Bereits 8.000 v. Chr. wurden die ersten Rinder gezüchtet.
Kleines Rinder-1x1
Rind: Oberbegriff für alle männlichen und weiblichen Tiere
Bulle: geschlechtsreifes, männliches Rind
Ochse: kastriertes, männliches Rind
Färse: weibliches Rind, das noch kein Kalb bekommen hat
Kuh: weibliches Rind, nachdem es das erste Kalb bekommen hat
Mutterkuh: Kuh, die nicht gemolken wird, sondern mit ihrer Milch ihr Kalb groß zieht
Kalb: männliches oder weibliches Rind bis zum Alter von sechs Monaten
Milchkuh: Kuh, die zur Milchproduktion gehalten wird
Rinder und mehr
Rinder liefern in erster Linie Milch und Fleisch. Eine Kuh in Deutschland gibt im Schnitt pro Tag 18,5 Liter Milch (2006), die hochwertige Eiweiße, Vitamine und Mineralstoffe enthält. Milch ist ein wichtiges Ausgangsprodukt für eine riesige Produktpalette: Joghurt, Quark,
Käse, Sahne usw. Daneben liefern Rinder Gülle oder Jauche und Mist, die als natürliche Düngemittel oder in Biogasanlagen zur Energieversorgung Verwendung finden.
Rinderrassen
Weltweit werden etwa 450 Rassen unterschieden. Zu den bekanntesten Rinderrassen
in Deutschland zählen Schwarz- und Rotbunte, Fleckvieh und Braunvieh.
Die Rinderhaltung ist in vielen Regionen Deutschlands der wichtigste landwirtschaftliche Betriebszweig.
Biologie
Rinder gehören zu den Wiederkäuern. Sie haben einen mehrteiligen Magen, der aus drei Vormägen (Pansen, Netzmagen und Blättermagen) sowie dem eigentlichen Magen, dem sogenannten Labmagen, besteht. Die mithilfe von Bakterien im Pansen vorverdaute Nahrung wird ein zweites Mal gründlich gekaut – das sogenannte Wiederkäuen. Ein weibliches Rind trägt seinen Nachwuchs neun Monate und neun Tage aus. Damit der Milchfluss nicht stoppt, bringt eine Kuh jährlich ein weiteres Kalb zur Welt.
Eine Kuh hat eine natürliche Lebenserwartung von 20 Jahren.
Haltung
Der Boxenlaufstall ist die moderne Form des Rinderstalls. Hier können sich die Tiere frei bewegen und selbstständig verschiedene Bereiche besuchen, um zu fressen, zu liegen oder gemolken zu werden. Damit Tiere und Stall relativ sauber bleiben, haben die meisten Ställe kleine Spalten im Boden der Laufgänge. Durch sie fallen Kot und Harn in einen unterirdischen Kanal und von dort in einen Sammelbehälter. Diese Stallform ermöglicht eine tiergerechte Haltung.
Neben der Haltung muss aber auch das Futter optimal auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt sein. In erster Linie ernährt sich das Rind von Gräsern, Kräutern oder anderen Pflanzen wie z.B. Mais. Diese werden frisch, getrocknet oder als Silage konserviert verfüttert. Ergänzt wird dieses sogenannte Grundfutter durch eiweißreiches Kraft- oder Ergänzungsfutter. Selbstverständlich stehen auch ausreichend Wasser sowie Salz-Lecksteine zur Verfügung.
Rinder regional
Von den rund 13 Millionen Rindern in Deutschland standen 2006 etwa 3,6 Millionen Tiere in Bayern, 2,6 Millionen in Niedersachen und 1,4 Millionen in Nordrhein-Westfalen.


