kostverächter
Der eine zählt Schäfchen, der andere versucht, seine Schäfchen ins Trockene zu bekommen, der dritte ist das schwarze Schaf. Allein die Vielzahl der Aussprüche rund um die „Rasen-Määher“ zeigt, welche Bedeutung diese Tiere einst besaßen.
Vorfahren
Schafe gehören zu den ältesten Haustieren in der Geschichte der Menschheit. Sie sind robust und recht anspruchslos, was sie besonders anpassungsfähig in Bezug auf klimatische Bedingungen und das Nahrungsangebot macht.
Kleines Schafe-1x1
- Schaf/Zibbe: weibliches Tier, meistens das Mutterschaf
- Bock/Widder: männliches Tier, über ein Jahr alt
- Hammel: männliches kastriertes Tier, über ein Jahr alt
- Lamm: männliches oder weibliches Tier, nicht älter als ein Jahr
- Jährling: junges, noch nicht gedecktes, weibliches Schaf
Schafe und mehr
Schafe liefern Fleisch, Wolle und Milch. Heute spielt die Wolle nur noch eine nachrangige Rolle. Die Haupterlöse der Betriebe stammen aus der Fleischproduktion oder Landschaftspflege. Die Einteilung in Land-, Fleisch-, Woll- und Milchschafe gibt Hinweise auf die unterschiedliche Nutzung der Tiere. Die Landschafrassen werden zunehmend zur Landschaftspflege auf weniger guten Standorten (Heide, Deiche, Bergregionen) eingesetzt.
Schafrassen
Früher wurden Schafe wegen ihrer Wolle bzw. Deckhaare gehalten, welche immer noch als qualitative Merkmale gelten. Man unterscheidet Merino-, Langwoll-, Kurzwoll-, Grobwoll- und Haarschafe. Bei Schafen gibt es eine extrem große Rassenvielfalt, was an der überwiegend extensiven Haltung liegt. Ein Beispiel für die gute Anpassungsfähigkeit der Tiere ist die Heidschnucke, welche außergewöhnlich gut auf weichen Moorböden zurechtkommt.
Biologie
Die Schafe sind Paarhufer und gehören zur Familie der Hornträger. Sie zählen nach der zoologischen Systematik wie Ziegen, Hirsche, Gazellen oder Rinder zu den grasfressenden und wiederkäuenden Paarhufern. Schafe sind Herdentiere, die natürlicherweise zu einer Herde zwischen 20 und 100 Tiere gehören.
Weibliche Schafe bringen nach einer Tragezeit von 150 Tagen bis zu drei Lämmer zur Welt. Ein ausgewachsenes Schaf wiegt, je nach Rasse, zwischen 75 und 200 Kilogramm.
Haltung
In der Schafhaltung wird zwischen Wanderschäfereien, standortgebundener Hütehaltung und der Koppelschafhaltung unterschieden. Die Wanderschäferei steht der ursprünglich nomadischen Form am nächsten und ist gekennzeichnet durch einen jahreszeitlichen Standortwechsel der Herde. Die standortgebundene Hütehaltung beschreibt einen Schäfereibetrieb mit nahe gelegenen Weiden und Aufstallung im Winter. Die heute gebräuchlichste Haltungsform ist die Koppel- oder Einzelschafhaltung. Diese findet auf umzäunten Weideflächen statt. Die Tiere müssen keine weiten Wege zurücklegen und die ständige Aufsichtspflicht entfällt. Futtergrundlage ist im Sommer die Weide, im Winter Heu, Gras- oder Maissilage und Kraftfutter. Lämmer werden bis zur zweiten Woche ausschließlich mit Milch gefüttert.
Schafe regional
Schafe gibt es in Deutschland von der Nordseeküste bis zum Hochgebirge, mit regionalen Schwerpunkten in Bayern, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg. Insgesamt gibt es in allen Bundesländern zusammen rund 2,7 Millionen Tiere. In Europa werden die genügsamen Tiere vornehmlich auf solchen Flächen gehalten, die sich für die Haltung anderer Nutztiere nicht eignen. Schwerpunkte sind die Türkei, das Vereinigte Königreich und Spanien mit jeweils mehr als 23 Millionen Tieren.


